GAMES OF NO GAMES - Anleitung zum beschwingtem Gehen —Kölnischer Kunstverein

„Outsider Art ist Kunst von Autodidakten oder naiven Kunstschaffenden, die wenig oder gar keinen Kontakt zur Mainstream-Kunstwelt oder zu Kunstinstitutionen [haben]“1. So lautet die gängige Definition der sogenannten „Outsider Art“, ein Begriff, der 1972 vom britischen Kunsthistoriker Roger Cardinal geprägt wurde und das englischsprachige Pendant zu Jean Dubuffets „Art Brut“ aus den Vierzigerjahren bildet. Seit […]

Pop-Art Revival —Art Cologne N.55 /2022

Endlich wieder Art Cologne! Nachdem die Messe 2020 ganz ausfiel und die Stimmung letztes Jahr durch Corona-Beschränkungen spürbar gedämpft war, ist dieses Jahr der Enthusiasmus für Kunst wieder geweckt. Und dies umso mehr, hat man den Eindruck, wenn man sieht, wie intensiv wieder Begegnungen gesucht werden. Auf der größten deutschen Kunstmesse geht es eben nicht […]

OFF THE GRID —Galerie Gisela Clement

Seit der Entstehung der konstruktiven Kunst in den ersten Dekaden des 20. Jahrhunderts spielt das Raster in der westlichen Kunstwelt eine bedeutende Rolle. Geometrische und mathematische Prinzipien, welche die Gestaltung stringenten Ordnungssystemen unterwerfen, stellen weiterhin eine prominente künstlerische Strategie dar. Doch fallen alle diese Positionen tatsächlich in die gleiche Kategorie? Ausgehend von seiner eigenen Praxis […]

Mercedes Azpilicueta – Barockes Flüstern —Sammlung Philara

Die historische Vergangenheit im Rahmen der zeitgenössischen Kunst anzusprechen, erweist sich oft als Herausforderung. Denn schließlich ist es nicht damit getan, Dinge einfach „nochmal“ abzubilden. Zudem hat sich das Repertoire an Ausdrucksformen  so weit diversifiziert, dass oft kein klares Vokabular für Rückverweise auf Geschichtliches vorhanden ist. Die argentinische Künstlerin Mercedes Azpilicueta (geboren 1981 in La […]

Max Ernst und die Natur als Erfindung —Kunstmuseum Bonn

Die Phänomene der Natur sind heute größtenteils wissenschaftlich erfasst. Und dennoch entzieht sich das innere Verhältnis, das wir gegenüber der lebendigen Umwelt empfinden, häufig der objektiven Beschreibung. Die Bedeutung, welche die Natur für jede*n Einzelne*n einnimmt, lässt sich nicht in fixe Kategorien einordnen. Aus eben diesem Grund ist die Entdeckungsreise, die der Surrealist Max Ernst […]

CCA Wawel Castle/ Art as a State of Mind/ Katze und Krieg —Temporary Gallery

Straßen, öffentliche Plätze, historische Monumente – all das befindet sich heute in Gefahr, immer mehr politisch und kommerziell vereinnahmt zu werden. Auch das vielgelobte Konzept der Kunst im öffentlichen Raum ändert letztendlich wenig daran, dass Orte des sozialen Lebens zu Interessenzonen für Investment und Ideologie werden. Drei Ausstellungen in der Temporary Gallery in Köln entwerfen […]

Evelyn Richter —Kunstpalast

Manchmal können Bilder Bände sprechen. Dieser Gedanke begleitet einen in der Begegnung mit den Fotografien von Evelyn Richter (1930–2021), die tief in die Psychologie des Moments eintauchen. Richter, die in der DDR aufwuchs, wo sie als Berufsfotografin und Dozentin tätig war, schuf durch sensible Aufnahmen der sie umgebenden Menschen und Orte ein Porträt der Gesellschaft […]

Angharad Williams – Eraser—Kunstverein Düsseldorf

Die Realität wird oft als etwas Manifestes betrachtet. Dabei braucht es ein feines Netz an Unterscheidungen, damit Dinge und Umstände als „real“ wahrgenommen werden können. In ihrer ersten institutionellen Einzelausstellung in Deutschland Eraser im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, kuratiert von Kathrin Bentele, lenkt die walisische Künstlerin Angharad Williams die Aufmerksamkeit auf die Kategorien, durch […]

CHRISTO UND JEANNE-CLAUDE. Paris. New York. Grenzenlos —Kunstpalast

Durch ihre monumentalen Projekte im öffentlichen Raum sind Christo und Jeanne-Claude mittlerweile zu Legenden geworden. Verhüllungen berühmter Gebäude wie jüngst des Arc de Triomphe in Paris 2021, deren Realisierung der 2020 verstorbene Christo nicht mehr erlebte, erhalten große Aufmerksamkeit und prägen sich in das kollektive Gedächtnis ein. Den Weg, den das Paar, das sich Ende […]

LANDSCAPES OF LABOUR —KAI 10 | ARTHENA FOUNDATION

Arbeitswelten und Wertschöpfungsketten sind heute der globalen Ökonomie des „Mining“ unterworfen. Rohstoffe, Daten, Bitcoin – alles wird von globalen Konzernen geschürft, als befänden wir uns in einem neuen Goldrausch. Das Ganze bekommt jedoch eine andere, beunruhigende Note, wenn man bedenkt, wie eng all diese Komponenten des „Abbaus“ auf ökologisch und sozial teils fatale Weise miteinander […]

Michelle Grabner + Friends —Galerie Gisela Clement

Häuslichkeit ist heute in Verruf geraten. Dennoch ist die innere Sehnsucht nach der heilen Welt des Heims ständig präsent und flammt immer wieder auf, wenn man nostalgische Gegenstände wie eine Stoffservierte oder ein hübsches Marmeladenglas in der Hand hält. Die amerikanische Künstlerin Michelle Grabner, die zurzeit in der Einzelausstellung Margarine in der Galerie Gisela Clement zu […]

John Russell / José Montealegre —Kölnischer Kunstverein

Passend zu der erdrückenden Stadthitze hat der Kölnische Kunstverein mit zwei Ausstellungen eine Art temporäre Oase eingerichtet. Einer gigantischen Pool-Landschaft begegnet man in CAVAPOOL, einer von der Direktorin Nikola Dietrich kuratierten Ausstellung des britischen Künstlers John Russell. In Nervous System hingegen hat der aus Honduras stammende Künstler José Montealegre im Studio des 2. OG eine Art Gewächshaus […]

Breathing Water, Drinking Air—Sammlung Philara

Sammlungspräsentationen bestehen häufig aus Werken, die entweder besonders imposant oder wertvoll sind. Das mag beeindrucken, doch so eine Strategie bietet wenig für die Besucher*innen. Die neue Direktorin der Sammlung Philara Julika Bosch hat einen anderen Weg gewählt und eine Ausstellung aus den Beständen des Düsseldorfer Sammlers Gil Bronner gestaltet, welche die Sensibilität der Betrachter*innen miteinbezieht. Aus […]

off the beaten rack —KIT Düsseldorf

Die Auseinandersetzung mit Körperbewusstsein zählt zu den wenigen Themen in der Kunst, die ausstellungstechnisch tatsächlich schwer umzusetzen sind. Schließlich dürfen die Kunstwerke in der Regel nicht berührt werden. Dies führt dazu, dass man von Künstler*innen in Ausstellungen zwar viel über Körperwahrnehmung und -bilder erfährt, die Betrachter*innen in ihrer eigenen Subjektivität aber meistens nicht eingebunden werden. […]